Diva mit Haltung — Achan Malonda

Sie ist politische Künstlerin und Aktivistin: Achan Malonda. Als Musikerin brennt sie für Diven-Pop, erzählt in Songs von Liebe und ihrem Leben als Schwarze Frau. Was sie erreichen will: „andere bewegen – metaphorisch und tatsächlich“.
6. September 2022
1 Minute Lesezeit
Text: Demba Sanoh — Foto: Benjamin Jenak

Mit ihren eigenen Songs schwebt Achan Malonda irgendwo zwischen Pop, Elektrobeats und klassischem Chanson. Sie kommt in Essen zur Welt, singt als Kind in einem Chor, tritt später in einer Castingshow auf und spielt in Hamburg Musical. Andere sahen sie schon immer als politische Künstlerin – sie sich heute auch. Allein ihre bloße Erscheinung sieht Malonda als Botschaft: Elektrik Diva. Das Schwarz-Sein prägt ihre Kunst, ebenso ihr queerer Feminismus, meint sie. Sie betont, wie prägend intersektionale Perspektiven sind und dass die Black Lives Matter-Bewegung keine Ausnahme ist: „Queere Menschen haben mit ihrem Einsatz überhaupt erst den Grundstein dafür gelegt, dass wir auf die Straße gehen können. Wir dürfen nicht jene ausradieren, die in erster Reihe stehen. Es ist ja auch kein Zufall, dass solche Bewegungen in Szenen entstehen, die von Mehrfachdiskriminierung betroffen sind.“

Malonda sieht daher besonders heteronormative Männer in der Pflicht. „Es braucht Vorbilder in der Community, die ihre eigene toxische Maskulinität dekonstruieren“, bemerkt Malonda. Und sie fordert mit Vehemenz dazu auf, dass die sich noch mehr an den neu entstandenen Debatten in Deutschland beteiligen: „Frauen und LGBTIQ*- Personen machen gerade Welle in den Medien, aber bei den Männern ist es sehr still. Wo sind die denn?“

Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd in den USA gingen auch in Deutschland Zehntausende auf die Straßen, um gegen Rassismus zu protestieren. Mit Black Lives Matter haben sich Schwarze Menschen ihr ganz eigenes Podium errichtet, um Erfahrungen und Probleme mit der großen Öffentlichkeit zu teilen. Gesprochen haben sie auch schon davor, nur hat die weiße Mehrheit eben nur selten zugehört. Schwarze Menschen bleiben meist unsichtbar und haben mit Anfeindungen zu kämpfen. Also mischen sie sich ein, um endlich mitbestimmen und in einer anderen, vor allem offeneren Gesellschaft leben zu können.

Dieser Text erschien zuerst in der gedruckten Ausgabe des Veto Magazins: www.veto-mag.de/shop. Unsere Botschaft an alle Gleichgesinnten: Ihr seid nicht allein!

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In diesem Ton — ManuEla Ritz

ManuEla Ritz würde gerne eine Weltreise unternehmen und erkunden, ob es Orte ohne Adultismus gibt. Bis es soweit ist, klärt sie über die wohl häufigste Form der Diskriminierung auf. Über das Leben in einer Erwachsenenwelt.

Platzverweis für Rassismus — Jo Ecker

Kann ein kleines Blechschild etwas gegen Rassismus auf dem Fußballplatz ausrichten? Jo Ecker meint: ja. Was mit einem erschreckenden Vorfall während eines Spiels begann, ist zu einer bundesweiten Aktion geworden.

Dichter und Denker — Ezé Wendtoin

Musiker Ezékiel Wendtoin ist allen als Ezé bekannt. Heimat denkt er im Plural – und besingt sie mehrsprachig. Nach Deutschland kam er, weil er sich in die Sprache verliebte. Jetzt nutzt er sie, um zu rebellieren.

Kleine Schritte — Mandy Vater

Wenn Gegenrede ausbleibt, verschieben sich die Grenzen des Sagbaren. Immer weiter nach rechts. Auf dem Land in Sachsen-Anhalt macht sich Mandy Vater dafür stark, dass Rassismus nicht länger unkommentiert bleibt.

Fremdes Land — Rex Osa

Vor 18 Jahren kam Rex Osa aus Nigeria nach Deutschland. Asyl musste er sich vor Gericht erstreiten. Heute hilft er anderen Geflüchteten, in Deutschland Fuß zu fassen oder begleitet Familien nach der Abschiebung.

Journalismus mit Haltung

Mit Veto geben wir Aktivismus eine mediale Bühne und stellen all jene vor, die für Veränderung etwas riskieren. Veto ist die Stimme der unzähligen Engagierten im Land und macht sichtbar, was sie täglich leisten. Sie helfen überall dort, wo Menschen in Not sind, sie greifen ein, wenn andere ausgegrenzt werden und sie suchen nach Lösungen für gesellschaftliche Probleme.

Mediale Aufmerksamkeit aber bekommen ihre mutigen Ideen nur selten. Das muss sich ändern – und Aktivismus endlich raus aus der Nische! Die Aktiven brauchen vor eine starke Stimme und Wertschätzung für ihre Arbeit. Mit Veto machen wir Engagement sichtbar und zeigen denen, die finden, dass es nun höchste Zeit ist, sich einzumischen, wie es gehen kann. Unsere Botschaft an alle Gleichgesinnten da draußen: Ihr seid nicht allein!

Mit Print gescheitert?

Veto gab es bis Sommer 2022 auch als gedrucktes Magazin. Doch die extrem gestiegenen Preise für Papier, Druck und Vertrieb wurden für uns zur unternehmerischen Herausforderung. Gleichzeitig bekamen wir Nachrichten aus der Community, dass sich viele ein Abo nicht mehr leisten können. Wir waren also gezwungen, das gedruckte Magazin nach insgesamt zehn Ausgaben (vorerst) einzustellen.

Aber – und das ist entscheidend: Es ist keinesfalls das Ende von Veto, sondern der Beginn von etwas Neuem. Denn in Zeiten multipler Krisen wird Veto dringend gebraucht. Um Hoffnung zu geben, zu verbinden, zu empowern und zu motivieren. Deshalb machen wir alle Recherchen und Porträts kostenfrei zugänglich. Denn: Der Zugang zu Informationen über Aktivismus und Engagement darf keinesfalls davon abhängen, was am Ende des Monats übrig ist.

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