Früher Techno, heute Technik — Cadus

Hacking, Fusion Festival und humanitäre Hilfe – das ist Cadus. Auf die Fahnen geschrieben hat sich der Berliner Verein, die medizinische Nothilfe besser zu machen. Meistens dort, wo sonst niemand hingeht.
6. Januar 2020
10 Minuten Lesezeit
Text: Alisa Sonntag — Fotos: Peter van Hessen und Alisa Sonntag

Was passiert, wenn Festivalkultur auf humanitäre Hilfe trifft? Es entsteht ein Verein – und das sehr wahrscheinlich in Berlin. Das zumindest ist die Kurzfassung zur Geschichte von Cadus. 2014 entstand der Verein aus dem Organisationskreis rund um das Fusion Festival. An fünf Tagen im Sommer sammeln sich dort seit Jahren rund 70.000 Fans elektronischer Musik auf einem alten Militärflughafen in Mecklenburg-Vorpommern. „Parallelgesellschaft“ nennen das die Zuständigen.

„Auf einem Festival brauchst du vieles, das genauso in der humanitären Hilfe hilft“, meint Corinna Schäfer. Schließlich gebe es auch bei einem Festival anfangs nicht viel mehr als eine große grüne Wiese, auf der aus dem Nichts medizinische und sanitäre Versorgung organisiert werden müssen.

Corinna Schäfer arbeitet bei Cadus, eine Initiative in der humanitären Hilfe.
Corinna Schäfer arbeitet bei Cadus, eine Initiative in der humanitären Hilfe.

Corinna Schäfer, 42, gehört zu denen, die sich vor fünf Jahren der Idee von Gründer Sebastian Jünemann anschlossen. Bis heute führt der die Geschäfte des Vereins. Alle, so Schäfer, die damals schon bei Cadus aktiv waren, kennen sich von der Organisation des Festivals: „Die Leute dort haben einfach alle ihr Herz am richtigen Fleck.“

Humanitäre Hilfe besser machen

Jünemann habe viele Jahre mit Organisationen in der humanitären Hilfe gearbeitet, sagt Schäfer. Dort habe er sich immer wieder über Dinge geärgert, die er hätte besser machen wollen. Das sei letztlich auch der Gründungsanspruch von Cadus gewesen: die humanitäre Hilfe zu verändern – und diese Arbeit zu verbinden mit dem Know-how und den Menschen des Fusion-Netzwerkes.

Der Berliner Verein entstand vor fünf Jahren im Umfeld des Fusion Festival.
Der Berliner Verein entstand vor fünf Jahren im Umfeld des Fusion Festival.

„Das Problem in der humanitären Hilfe ist, dass sie sich häufig nicht daran orientiert, was wirklich gebraucht wird. Sie findet selten auf Augenhöhe statt und ist nicht flexibel und nachhaltig genug.“ Cadus‘ Ansatz sei es von Anfang an gewesen, das alles anders und vor allem besser zu machen – eine neue Art der Katastrophenhilfe.

Schäfer beschreibt das so: „Wir schauen vor Ort, was dort wirklich vonnöten ist und schaffen dauerhafte Netzwerke.“ Größtenteils funktioniere das gut, sagt sie. Es bedeute aber auch viel Arbeit und brauche jede Menge Geduld, um in den Krisenregionen überhaupt stabile Beziehungen aufbauen zu können.

Auf dem Weg nach Nordostsyrien

Schon kurz nach der Gründung Ende 2014 haben sich Engagierte von Cadus auf den Weg nach Nordostsyrien gemacht – bis heute ein schwer umkämpftes Gebiet zwischen der türkischen Armee, dem Assad-Regime und kurdischen Streitkräften. Schon damals stellte Cadus fest, dass die Menschen in den medizinischen Zentren nicht genügend ausgebildet waren, um Kriegsverletzungen zu versorgen. Und das, obwohl schwere Verwundungen dort Alltag sind.

So habe sich auch die erste Kooperation ergeben – und „wir konnten unsere guten Vorsätze direkt in die Realität umsetzen“, sagt Schäfer. Der Verein bildete Menschen im Nordosten Syriens für die medizinische Notrettung aus. Als sich alle Seiten über die weiteren Schritte im Klaren waren, seien Fördermittel eingeworben worden und es wurde mit der Umsetzung begonnen.

Es fehlte jedoch an weit mehr: an Möglichkeiten beispielsweise, um Verletzte vor Ort zu behandeln, erinnert sich Corinna Schäfer. Also begann der Verein mit der Planung für ein mobiles Krankenhaus. „Ich kann das natürlich auch kaufen“, erklärt Schäfer, „für ungefähr vier Millionen Euro.“ Für Cadus keine Option. Aus alten Fahrzeugen von THW und Feuerwehr und großen Zeltplanen schufen sie etwas Eigenes.

Fairtrade-Laden statt Fördergeld

Genau wie die anderen Hilfsprojekte im Ausland hat auch Cadus über die letzten Jahre eine ganz eigene Entwicklung durchlaufen müssen. Ursprünglich wollte der Verein finanziell unabhängig und nicht auf Fördermittel angewiesen sein. Das nötige Geld für die Arbeit sollte ein selbst betriebener Laden mit fairer Sportbekleidung abwerfen.

Funktioniert hat das jedoch nicht, denn das Geschäft lohnte sich kaum. Und neben dem Betreiben des Ladens bleib nicht genügend Zeit für die Hilfsprojekte. „Also haben wir es wieder sein gelassen“, erzählt Schäfer und zuckt lachend die Schultern. Doch auch ohne Fairtrade-Laden hat sich Cadus prächtig entwickelt. 

Schäfer koordiniert die Einsätze der ehrenamtlich Engagierten des Vereins.
Schäfer koordiniert die Einsätze der ehrenamtlich Engagierten des Vereins.

Corinna Schäfer konnte daran eine Zeit lang wenig mittun. Nach der Vereinsgründung ging sie für drei Jahre nach Großbritannien, um dort zu promovieren. Anfang 2018 kam sie zurück nach Berlin und übernahm bei Cadus das sogenannte „Crewing“ – das Koordinieren der Einsätze all derer, die sich ehrenamtlich im Verein engagieren.

Dazu gehören Bewerbungsgespräche und Versicherungen. Ein Jahr lang war sie dafür allein verantwortlich. Schäfers Stelle ist inzwischen eine von insgesamt elf, die Cadus in Deutschland finanzieren kann. 43 Mitarbeitende sind es dagegen in Syrien, meistens lokales medizinisches Personal. 

Verein mit Projekten in aller Welt

So oft wie möglich kooperiert Cadus mit den Menschen vor Ort, anstatt internationales Personal zu entsenden. Die Aktiven dort, verdeutlicht Schäfer, würden schließlich am längsten bleiben. Mit denen zu arbeiten, bringe demzufolge auch einen „nachhaltigen Effekt“. In Syrien und dem Irak ist der Verein momentan am aktivsten.

Im nordsyrischen Geflüchtetenlager al-Hol betreibt Cadus ein Feldkrankenhaus und hat im Camp zudem eine Notrufzentrale eingerichtet. Mehrere zehntausend Menschen leben dort – dicht gedrängt, meistens Frauen und Kinder. Die Hygiene ist katastrophal, die medizinische Versorgung minimal, heißt es. Allein im vergangenen Jahr sind mehr als 300 Kinder an Mangelernährung und Infektionen gestorben. Cadus will zur Verbesserung der Situation beitragen.

Ein Einsatzrucksack ist bestückt mit medizinischem Equipment und Arznei.
Ein Einsatzrucksack ist bestückt mit medizinischem Equipment und Arznei.

Außerdem ist der Verein an einer kleinen Gesundheitseinrichtung nahe der einstigen IS-Hochburg Ar-Raqqa beteiligt, die Kinder und gynäkologische Fälle behandelt.

Und im Nordirak arbeitet Cadus an der Aus- und Weiterbildung von medizinischem Rettungspersonal. Gleichzeitig beginnt der Verein dort gerade ein Projekt zum Thema Frauengesundheit. Kontakte bestehen auch nach Nepal, dort sei aber bisher noch wenig Konkretes entstanden.

Tüfteln im Berliner Hauptquartier

Zurzeit arbeitet Corinna Schäfer vor allem an Verbindungen nach Kenia. Dort soll ein internationales Treffen mit anderen Hilfsorganisationen stattfinden. Schäfer will selbst daran teilnehmen und sie hofft auf neue Kooperationen. In der Vergangenheit war der Verein auch in der Seenotrettung tätig und hat mit einem selbstgebauten Dusch-Lkw Geflüchteten auf der Balkanroute in Bosnien geholfen.

Und auch in Deutschland ist Cadus aktiv. In einem S-Bahn-Brückenbogen in Berlin Friedrichshain haben sich die Engagierten eine eigene Werkstatt eingerichtet – mit Computern, Fräsen, Bohrmaschinen. An den Wänden stehen meterhohe Regale mit Kisten, randvoll mit medizinischem Equipment und Arznei.

In einem S-Bahn-Brückenbogen hat sich Cadus eine Werkstatt geschaffen.
In einem S-Bahn-Brückenbogen hat sich Cadus eine Werkstatt geschaffen.

Hier am Spreeufer tüfteln sie an neuen mobilen Lösungen: Hilfsgüter etwa, die per Fallschirm abgeworfen werden oder eine Krankenstation, die durch Solarkollektoren angetrieben wird. Im sogenannten „Makerspace“ findet darüber hinaus jeden Monat eine Diskussionsveranstaltung statt, die sich um gesellschaftliche Probleme dreht, Klimagerechtigkeit zum Beispiel. „Wir wollen unsere Stimme nutzen“, sagt Schäfer, „um auch in Deutschland auf Missstände aufmerksam zu machen.“

Ein besseres Technikverständnis

Anfang 2019 hat Cadus-Mitarbeiterin Corinna Schäfer auch Unterstützung bei der Betreuung der Freiwilligen bekommen und muss nun diesen Teil ihrer Arbeit nur noch koordinieren, während sich andere um die Umsetzung kümmern.

Dazugekommen sind inzwischen neue Aufgabenfelder, zum Beispiel die Koordination der Forschungs- und Entwicklungsprojekte des Vereins. Dafür besteht eine Kooperation mit der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft oder dem Robert-Koch-Institut.

Für Schäfer bedeutet das vor allem eines: Netzwerken. Ihre Aufgabe ist es, Cadus mit der Wissenschaft und Forschung zu verbinden. Für die 42-Jährige ein Traumjob, wie sie bestätigt: „Ich arbeite gern interdisziplinär und der Aufbau und das Pflegen von Kontakten macht mir Freude.“

Bei technischen Innovationen helfen Hochschulen oder die Hacking-Szene.
Bei technischen Innovationen helfen Hochschulen oder die Hacking-Szene.

Als gelernte Krankenschwester und promovierte Medien- und Kulturwissenschaftlerin habe sie im vergangenen Jahr auch viel Neues im technischen Bereich und in punkto IT erfahren. „Wenn mich irgendjemand vor einem Jahr gefragt hätte, was ein Raspberry Pi ist, hätte ich auf Himbeerkuchen getippt. Jetzt weiß ich, dass es sich um einen kleinen Computer handelt.“ Die Kooperationen, die Schäfer für Cadus entstehen lässt, helfen deshalb auch bei neuen Innovationen des Vereins.

Hacking-Szene unterstützt Ideen

Beispielsweise sei Cadus von Anfang an eng mit der Hacking-Szene vernetzt gewesen und habe gute Verbindungen zum Chaos Computer Club – kurz CCC. Diese Kontakte seien immer wieder hilfreich – zum Beispiel wenn Projektförderungen ausliefen, ohne, dass ein Projekt vollständig beendet sei. In solchen Fällen sei der CCC schon häufiger mit seinem Know-how eingesprungen.

Auch darüber hinaus seien diese Fähigkeiten am Computer etwas, auf das Cadus in der Arbeit keinesfalls verzichten wolle. Denn für technische Neuheiten in der humanitären Hilfe muss der Verein weiter selbst sorgen. „Andere Organisationen lösen technische Herausforderungen oft mit Geld“, erzählt Schäfer. „Wenn denen etwas fehlt, wird es gekauft.“ Kleinere Organisationen wie Cadus könnten sich das allerdings nicht leisten. Es stehe einfach deutlich weniger Geld zur Verfügung. 

Corinna Schäfer und Cadus wollen in Krisenregionen Unterstützung leisten.
Corinna Schäfer und Cadus wollen in Krisenregionen Unterstützung leisten.

Dafür helfen bei der Berliner Initiative viele Menschen freiwillig mit – und kommen daher häufig in Europas erstem Makerspace für den humanitären Sektor zusammen. Kreativität ist für den Verein essentiell. In der Theorie gebe es zwar die Möglichkeit, andere Gerätschaften nachzubauen, doch meistens seien auch dort Verbesserungen nötig, weiß Corinna Schäfer. Also hat sich Cadus mit dieser Werkstatt seine eigene Innovationsabteilung geschaffen.

Wie Cadus für Innovationen sorgt

Und die hat zuletzt unter anderem einen mobilen Verbrennungsofen hervorgebracht. Hintergrund ist, dass potentiell infektiöses Material in den Kliniken bei 1200 Grad verbrannt werden muss, damit es nicht mehr gefährlich ist. Doch die entsprechenden Öfen sind häufig sehr schwer und daher unbeweglich – ein Problem für das mobile Krankenhaus des Vereins.

Ein Bachelor-Student widmete einer transportablen Alternative seine Abschlussarbeit und bekam dabei Unterstützung aus dem großen Cadus-Netzwerk. Das Resultat kann sich sehen lasen: Um den Ofen möglichst leicht zu machen, wurde feuerfester Stoff verwendet. Die Steuerung funktioniert elektronisch.

In der Werkstatt entstand zuletzt auch ein transportabler Verbrennungsofen.
In der Werkstatt entstand zuletzt auch ein transportabler Verbrennungsofen.

Neben dem mobilen Ofen hat Cadus auch einen sogenannten Life Sensor entwickelt: Ein Open-Source-Bausatz zur Überwachung der Vitalparameter, der sich kostengünstig nachbauen lässt. Bei den Einsätzen im Irak musste das Team feststellen, dass es immer wieder Probleme mit den herkömmlichen Monitoren gab. Viele hielten den extremen Bedingungen – vor allem Hitze, Staub und häufigem Transport – nicht stand und waren deshalb regelmäßig defekt. Zudem wurden die meisten Geräte gespendet und konnten daher in der Ferne oft nicht repariert werden, weil dafür spezielle, teure Ersatzteile nötig gewesen wären.

Wenn die Freizeit zur Arbeit wird

Die Berliner Eigenentwicklung entstand in Zusammenarbeit mit zwei Hochschulen. Der Life Sensor misst Puls, Blutdruck und zeichnet ein Elektrokardiogramm auf. Der erste Prototyp ist fast fertig. Als nächstes soll der Bausatz für ein Mikroskop entstehen, das eine Blutuntersuchung mit dem Handy und einer kleinen Linse möglich macht.

Die Aufgabenfelder bei Cadus sind demnach groß, die Ressourcen häufig noch knapp. Und so etwas wie einen Arbeitsalltag, meint Corinna Schäfer, gebe es im Verein kaum.

Jeder Tag sei anders. „Morgens erstmal ein bisschen Administration: Versicherungen verlängern. Danach habe ich mich mit einem Kollegen zu einem Seminar ausgetauscht, das wir regelmäßig an einer Hochschule anbieten, und später noch ein bevorstehendes Auslandsprojekt vorbereitet. Am Abend war ich auf einer Jubiläumsfeier eingeladen, um unseren Verein zu repräsentieren und zu netzwerken.“

Manchmal sei es schwer zu sagen, wo die Arbeit aufhöre und die Freizeit anfange. Die Aktiven im Verein seien allerdings nicht nur Menschen, mit den Corinna Schäfer gern zusammen arbeitet, sondern auch welche, mit denen sie ihre Freizeit verbringt.

Vorbereiten heißt oft Reisestress

Verena Lauble ist so jemand. Auch sie kennt Cadus aus der Berliner Subkultur. Im Verein hat die 31-Jährige bereits seit September 2017 den Posten als stellvertretende Geschäftsführerin inne und leitet den operativen Teil. Sie ist daher zuständig für die Auslandsprojekte von Cadus. Dazu gehört es vor allem, die Projekte zu konzipieren, aber genauso selbst vor Ort zu sein, um die Bedingungen zu prüfen, Verbindungen aufzubauen, sich mit lokalen Initiativen abzusprechen und die Projekte auch tatsächlich umzusetzen.

Ist zuständig für die Auslandsprojekte der Berliner Initiative: Verena Lauble.
Ist zuständig für die Auslandsprojekte der Berliner Initiative: Verena Lauble.

Lauble ist deshalb viel unterwegs. In den letzten anderthalb Jahren, sagt sie, war sie regelmäßig im Ausland, insgesamt drei bis vier Monate, weil die Arbeit von Cadus ohne Kooperationen nur schwer möglich sei. Die Aktiven wollen vor allem die Bedürfnisse vor Ort kennen und verstehen.

„Wenn mir die Arbeit im Ausland keinen Spaß machen würde, würde ich das natürlich auch nicht so oft machen. Ich schätze den Umgang mit den Menschen“, beschreibt Lauble ihre Motivation. Dennoch seien in Kriegsgebieten wie dem Irak oder Syrien die Risiken höher: „Ich kann mich dort nicht so frei bewegen und muss außerdem genau überlegen, welche Gefahr meine Anwesenheit für die Menschen dort bedeuten könnte.“ 

Eine große psychische Belastung

Cadus hat für die Auslandseinsätze sogar ein eigenes Sicherheitskonzept entworfen, eine Art Verhaltenskatalog. Was dort genau drinstehe? „Teil des Sicherheitskonzeptes ist es, nicht darüber zu sprechen.“ Die 31-Jährige lacht.

Auf die Frage, warum sie sich für diesen riskanten, fordernden Job entschieden habe, gibt Lauble dann aber doch eine Antwort: „Ich versuche meine Privilegien aktiv zu nutzen, um das Schlimme, das überall in der Welt passiert, ein wenig zu verbessern.“ Wenigstens punktuell, ergänzt sie. Ihren Einfluss und die Möglichkeiten von Cadus wolle sie nicht überschätzen. Lauble betont, dass sie weg wolle vom Narrativ, dass sie immer anderen helfen wolle: „Die Arbeit gibt mir ja auch etwas.“

Lauble ist viel im Ausland unterwegs, um neue Kooperationen zu schaffen.
Lauble ist viel im Ausland unterwegs, um neue Kooperationen zu schaffen.

Nichtsdestotrotz verlangt der Einsatz auch viel. „Natürlich sind unsere Projekte nicht einfach und oft auch belastend“, gibt Lauble zu. Anstrengend sei aber vor allem die Rückkehr von den Einsätzen im Ausland. Die Unterschiede zwischen Kriegsgebieten und dem sicheren Heimatland seien kaum zu beschreiben, die Umstellung hart. Deswegen biete der Verein eine psychische Betreuung an.

„Ich merke“, fügt Lauble hinzu, „dass wir uns Pausen gönnen müssen.“ Wie das bei ihr selbst funktioniere? Sie schaut kurz auf Boden, zieht die Stirn in Falten und antwortet zögernd: „Ich arbeite daran.“

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