#blacklivesmatter — Ausgabe 3/2020

Was eigentlich ist heute noch sicher? Es ist eine Frage, die uns als Gesellschaft in ein moralisches Dilemma bringt, weil wir offenbar gar nicht allen Schutz bieten können.
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Sicherheit: ein Begriff, irgendwo zwischen konservativer Maxime und ordnungspolitischer Doktrin. Einer, der unser Zusammenleben prägt. Und auch einer, der so manche wehmütig werden und an das Vergangene zurückdenken lässt. Haben wir Vertrauen in die Sicherheit und trauen wir uns, dieses gelegentlich in Frage zu stellen? Überschätzen wir nicht unseren eigenen Einsatz für die Sicherheit anderer, für jene also, die nicht immer sicher sind? Widersprechen wir nicht, weil wir uns machtlos fühlen, Bedrohungen hinnehmen, uns wegducken und auf ein Einschreiten hoffen?

Und wie gehen wir mit Fragen von Sicherheit um, die aus dem definitorischen Raster fallen? Mit Fragen, die für andere Menschen Unsicherheit bedeuten. Fragen, die uns als Gesellschaft in ein moralisches Dilemma bringen, weil wir offenbar nicht allen den Schutz bieten können, der auch Sicherheit verspricht. Was etwa ist mit Drogenkonsum? Oder: Sich sicher fühlen im Umgang mit der eigenen Sexualität. Sicher sein vor Gewalt. Und sind wir sicher, einverstanden zu sein, dass andere für ihre Sicherheit kämpfen – zur Not mit Fäusten? Was eigentlich ist heute noch sicher?

Das erwartet euch im gedruckten Magazin.

Veto rückt die Engagierten im Land in den Fokus der Berichterstattung. Veto ist ein gedrucktes Heft, aber auch eine Plattform für all jene, die sich auf den Weg gemacht haben, die unsere offene Gesellschaft verteidigen. Viermal im Jahr und jeweils auf 100 Seiten stellen wir Engagierte, deren Arbeit, Aktionen, Ideale vor – und regen Debatten an. Die Botschaft an alle Gleichgesinnten: Ihr seid nicht allein!

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