Hier sind wir wieder! — Ausgabe 2/2021

Mal ehrlich: Wie oft fehlt uns die Nähe zu den Themen, über die wir so emotional streiten können? Denn wir sprechen noch viel zu selten mit jenen, die nah dran sind.
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Nie zuvor haben wir uns so viel mit Nähe und Distanz beschäftigt. Bei Begegnungen wägen wir ab, wie nah wir anderen Menschen kommen dürfen, ohne sie zu gefährden. Meist unbewusst messen wir mit unseren Blicken nach, ob der gebotene Abstand auch eingehalten ist und treten – um sicher zu sein – einen Schritt zurück. Wir erschrecken, wenn sich Menschen in Filmen nah sind. Selbst Umarmungen sind rar geworden, dabei schaffen sie Vertrauen und Zugehörigkeit. Warum uns Nähe gut tut, das wurde mit Ausbrechen der Corona-Pandemie rauf und runter erklärt. 

Der Umgang mit dem Virus macht uns aber auch bewusst, dass es Fakten und Einblicke braucht, um unbekannte Szenarien bewerten zu können. Mal ehrlich: Wie oft fehlt uns die Nähe zu den Themen, über die wir so emotional streiten können? Denn wir sprechen noch viel zu selten mit jenen, die nah dran sind, die aus dem Innersten erzählen können, weil sie betroffen oder Teil von etwas sind, das wir selbst schwer nachvollziehen können. Wir sprechen über sie, aber nicht mit ihnen, weil wir überzeugt sind, sehr genau zu wissen, wie alles zusammenhängt. Von wegen.

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Veto rückt die Engagierten im Land in den Fokus der Berichterstattung. Veto ist ein gedrucktes Heft, aber auch eine Plattform für all jene, die sich auf den Weg gemacht haben, unsere offene Gesellschaft zu verteidigen. Viermal im Jahr und jeweils auf 100 Seiten stellen wir Engagierte, deren Arbeit, Aktionen, Ideale vor – und regen Debatten an. Die Botschaft an alle Gleichgesinnten: Ihr seid nicht allein!

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